Feeds
Artikel
Kommentare

Im Rahmen der Recherche zu meiner aktuellen Hausarbeit bin ich auf die Seite “Religiously Remapped” gestoßen. Dieses Projekt von 2007 enthält eine Reihe von Landkarten von Afrika auf denen jeweils unterschiedliche Angaben zur Situation der verschiedenen Religionen gemacht werden werden. Auf der Startseite gibt es das ganze auch als PDF zum Download. Eine spannende Seite die einen Besuch lohnt!

Identitätsforschung ist ja bekannterweise eines meiner Lieblingsfelder der Wissenschaft. Ich bin dennoch mehr durch Zufall auf die Identity Foundation gestoßen, eine gemeinnützige Stiftung die sich die Erfoschung des Komplexes Identität auf die Fahne geschrieben hat. Besonders interessant fand ich eine Studie bei der die Generaldirektoren der EU Kommission in Leitfadeninterviews befragt wurden.

Die Ergebnisse sind besonders spannend für High Potentials, die ihren Weg in die EU Verwaltung finden möchten. So ist die Stichprobe der Generaldirektoren französisch und katholisch geprägt. Die meisten Befragten empfinden sich selber als Elite. Die Hälfte der Befragten haben schon in ihrer Kindheit Fremdsprachenföderung erhalten.

Schaut euch mal die Studie an!

 

Da bin ich doch tatsächlich auf einen Artikel zum Lead User Ansatz gestoßen den ich selbst verfasst hab. Hab gar nicht gewusst das der veröffentlicht wurden ist.

Lead User Ansatz

Zunächst einmal Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch für alle die das hier lesen!

Neulich hatte ich eine interessante Diskussion mit einem meiner besten Freunde über die Eingleisigkeit und Aussichtslosigkeit unseres mittlerweile weltweiten Konsumsystems. Leider konnte ich die interessanten Anregungen die ich durch meinen Professor in Spanien erhalten hatte nicht ganz so stichhaltig widergeben wie ich es mir gewünscht hätte. Durch Zufall stieß ich dann heute auf ein Video zu genau diesem Thema. Da ich ein großes Faible grade für allgemeinverständliche und sachliche Dokumentationen hab, möchte ich euch dieses Video zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft nicht vorenthalten. Schaut euch ” The Story of Stuff” an, ich denke es regt sehr zum Nachdenken an.

The Story of Stuff

Die Ergebnisse unserer Studie stehen nun online zur Verfügung, der Link steht ganz unten. Außerdem haben wir eine Pressemitteilung verfasst, die ich hier weitestgehend unverändert einstelle:

Bürger meinen: Medien mächtiger als die Bürger

Ergebnisse einer Umfrage der Universität Düsseldorf zum politischen Einfluss der Medien

Aus einer im Juni durchgeführten Umfrage bei mehr als 1000 Personen geht hervor, dass der politische Einfluss der Medien als größer eingeschätzt wird als der Einfluss der Bürger selbst. Nach Meinung der Befragten ist der Einfluss der Medien auf die politischen Entscheidungen in den letzten Jahren sogar noch gestiegen. Das beurteilen die Befragten eher kritisch. Außerdem sehen die Befragten den Einfluss der Medien auf die eigene politische Meinungsbildung als gering an, sehr viel stärker würde aber durch die Medien beeinflusst, was die Allgemeinheit politisch denkt. Die Untersuchung wurde unter der Leitung von Professor Gerhard Vowe und Marco Dohle von 22 Studierenden am Sozialwissenschaftlichen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf durchgeführt.

Befragt wurden Studierende, Journalisten und aktive Politiker, um einen Vergleich zwischen diesen drei Gruppen zu ermöglichen. Die Journalisten und Politiker schätzen die politische Bedeutung der Medien sogar etwas höher ein als die Studierenden. Diesen politischen Einfluss sehen die Journalisten deutlich weniger kritisch als die beiden anderen Gruppen. Alle Gruppen sind insgesamt der Auffassung, dass die Medien im Vergleich zu den Bürgern einen größeren Einfluss auf die Politik haben – 75% der Befragten sehen die Medien als mächtiger an, der Rest sieht ein ausgeglichenes Verhältnis oder einen stärkeren Einfluss der Bürger.

Diejenigen, die den politischen Einfluss der Medien als stark einschätzen, sind aber nicht weniger als andere bereit, sich politisch zu engagieren. Das hatten die Leiter der Studie nicht erwartet: „Wir haben vermutet, wenn die Medien als besonders mächtig angesehen werden, dann resignieren die Leute und sagen, man kann als Einzelner doch nichts machen“, erläutert Professor Gerhard Vowe.

Der Einfluss der Medien auf konkrete politische Entscheidungen ist nach Meinung der Befragten etwas geringer als auf die Politik generell. Aber auch beispielsweise für die Klimapolitik meinen zwei Drittel der Befragten, dass die Politiker das Thema Klimawandel erst ernster nehmen, seit es intensiv in den Medien behandelt wird. Nur 19% der Befragten meinen, dass Politiker sich bei der Klimapolitik wenig von den Medien beeinflussen lassen.

In der Umfrage wurde auch ermittelt, dass die Befragten einhellig den Einfluss der Medien auf die eigene politische Meinungsbildung als eher gering ansehen, den Einfluss auf die Meinungen der anderen aber als groß und fast immer in einem negativen Sinne. „Das kann logisch nicht stimmen: alle sind felsenfest davon überzeugt, dass der Einfluss der Medien auf die anderen viel größer ist als auf einen selbst“, so Marco Dohle. Dieses Phänomen ist in der Fachliteratur als „Third-Person-Effect“, eine Art „Selbsttäuschung über anonyme Dritte“, bekannt: Die Medien hätten einen großen und meist negativen Einfluss auf die Allgemeinheit (die anonymen Dritten), einen gewissen Einfluss auf das unmittelbare Umfeld wie eigene Angehörigen und Bekannte (die einem bekannten Zweiten), aber so gut wie keinen Einfluss auf einen selbst. Die anderen werden manipuliert, man selbst aber selbstverständlich nicht. Auch dabei unterschieden sich die drei befragten Gruppen: Politiker sind noch mehr als die anderen Gruppen davon überzeugt, dass die Medien einen Einfluss auf die Allgemeinheit ausüben, nicht aber auf sie selbst. Bei der Klimapolitik stellt sich die Lage ähnlich dar.

Allerdings hat diese Selbsttäuschung wenig Einfluss auf das Verhalten. Zwar zeigt sich: wenn jemand den Medien großen Einfluss auf die Allgemeinheit zubilligt, tritt er eher dafür ein, den Spielraum der Medien zu begrenzen. Die Selbsttäuschung hat aber keine Folgen für das eigene politische Engagement oder für das Umweltverhalten: wer glaubt, dass die Medien starken Einfluss haben, tritt nicht mehr als andere für klimafreundliche Maßnahmen ein, z.B. Energiesparlampen.

Die Ergebnisse der Studie stehen zudem in Form einer Power Point Präsentation zur Verfügung. Die Präsentation und weitere Informationen finden Sie unter folgender Web-Adresse:

http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/kmw-vowe/forschung/medieneinfluesse


Heute mittag stellte sich Herr Riecke, seines Zeichens CEO von Studivz, den Fragen der Studierenden der Heinrich Heine Universität. Die Moderation der Veranstaltung leitete unter anderem meine Wenigkeit. Auch diese Begegnung mit einer Größe in der Medienbranche stellte sich als äußerst interessant dar. Neben aktuellen Zahlen zu StudiVZ, welches im deutschsprachigen Raum mittlerweile über 10 Millionen Nutzer hat, ging es auch um Jugendschutz, die Probleme um “Seelenstriptease” und ähnlichem, technische Neuerungen die uns in Kürze erwarten und Perspektiven des Unternehmnes generell.

Herr Riecke ist ein sehr sympatischer Mensch, der besonders gut mit Kritik umzugehen weiß. So zumindest war mein Eindruck. Im Bereich Jugendschutz tut das Unternehmen offenbar einiges, es gibt zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien. Trotzdem gab Herr Rieke offen zu, dass gerade die Kids im SchülerVZ noch besser geschützt werden sollen. Die neuen AGBs beschrieb er uns als einen Super-Gau. Durch schlechte Kommunikation und die vermeintlichen Zeitungsartikel enstand ein völlig falsche Bild vom Unternehmen. Außerdem wurde der Verkauf von Nutzerdaten propagiert, was Riecke zu folgen schlicht und ergreifend nonsense ist.

Herr Riecke versicherte noch einmal, dass das StudiVZ, zumindest in seinen grundlegenden Funktionen, kostenfrei bleiben wird. Außerdem kündigte er technische Neuerungen an. Dazu gehören neben dem aus Facebook bereits bekannten Instant Messaging, auch eine StudiVZ Version für portable Endgeräte. Eine Datei-upload und Datei-Transfer Option wird anscheinend von vielen Usern herbeigesehnt, soll vorerst aber nicht realisiert werden.

Insgesamt betonte der CEO des öfteren die Wichtigkeit von User-Generated-Content. Die User sollen auch weiterhin eine Hauptrolle bei der Entwicklung von StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ spielen. Die StudiVZler sind übrigens gerade dabei ihrem Unternehmen einen neuen Namen zu geben. Er soll VZ Gruppe werden, wenn ich mich richtig erinnere.

Die Namenverstümmlungen einiger Nutzer waren Herrn Riecke ein besonderer Dorn im Auge. Neben der Sabotage vom Ursprungsprinzip des VZ, nämlich alte Freunde über ihren Namen zu finden, ist es auch völlig unsinnig seinen Namen aus Datenschutz gründen zu ändern. Bei der Einblendung personalisierter Werbung, welche sich übrigens einfach abstellen lässt, spielen nur vier Faktoren eine Rolle - Alter, Studienort, Studienrichtung und Geschlecht. Das personalisierte Werbung irgendwie auch sinniger für Verbraucher ist, erklärt sich von selbst.

Insgesamt ein spannender Tag mit vielen Erkenntnissen. Unten sieht man unsere Arbeits- und Moderationsgruppe, Herrn Riecke und Prof. Lotsch.

Marcus Riecke an der HHU

Im Zusammenhang mit meinem Bachelor Studium der Sozialwissenschaften absolviere ich auch eine sogenanntes “Lehrforschungsprojekt”. Dieses Projekt führt die Studierenden in die Praxis der empirischen Sozialforschung ein, in meinem Fall im weiten Feld der Medienwissenschaften. Unter Anleitung von Prof. Dr. Vowe und Marco Dohle durchleben wir einen kompletten, recht arbeitsaufwändigen Forschungsprozess, von der Formulierung von Forschungsfragen und Hypothesen, über die Datenerhebung und das Instrumentendesign bis zur Aus- und Verwertung der Ergebnisse. Gerade im Moment werden die Daten erhoben. Dazu kann ich jeden nur aufrufen 1x an der ca. 15-20 Minuten dauernden Studie teilzunehmen. Dies ist ganz leicht, ihr müsst einfach nur dem Link folgen.

http://www.unipark.de/uc/medien-politik

Bitte klickt den Link nur einmal an, sonst erhöht sich die Abbrecherquote. Die Ergebnisse der Studie werden wir noch ausgiebig publik machen. Vielen Dank fürs Mitmachen!

Diskussionsrunde mit Monika Piel in der HHU

Diesen Donnerstag hatten wir in einem Seminar Frau Monika Piel, ihres Zeichens Intendantin des WDR, zu Gast. Sie ist schon eine interessante Persönlichkeit, durch Zielstrebigkeit und wie sie selbst sagt durch “Spaß am Journalismus und an neuen Herausforderungen” hat sie es als erste Frau an die Spitze des Westdeutschen Rundfunks geschafft. Der WDR ist als größter föderaler Rundfunksender auch größter Zulieferer von Programmbeiträgen an die ARD.

Bei einem so hohen Gast zeigte sich die Heinrich Heine Universität von ihrer besten Seite, auch unser Dekan und Rektor in spe Prof. Von Alemann machte seine Aufwartung. Ich hatte die Ehre der Veranstaltung nicht nur beizuwohnen, sondern sie auch zu moderieren.

Wie das immer so ist hatte ich mich zusammen mit meiner Gruppe ausführlich auf die Fragerunde vorbereitet, kam dann aber doch nur dazu ein paar Fragen zu stellen. Aus dem Plenum kamen laufend Fragen, außerdem hatte Frau Piel ihren Vortrag ziemlich lang gestaltet. Gott sei Dank konnte ich aber doch ein paar Fragen durchbringen, zum Beispiel folgende (in etwa Wortlaut): „Sie haben gerade erzählt, dass der Bundestag aufgrund ihrer Berichterstattung über die Opfer von Contagan hin deren Renten verdoppelt hat. Sehen sie die Beeinflussung der Parlamentsarbeit als ihre Aufgabe an?“ Damit wollte ich natürlich auf die Rolle der Medien als „vierte Gewalt“ hin. Frau Piel antwortete, dass sie sich natürlich freuen würden beim WDR, dass sie dies aber keinesfalls als ihre Aufgabe verstünden. Und wenn sich in ihrem Umfeld als Journalist so verstünde, gäbe sie den Rat „wechsel doch in die Politik“. Eine souveräne Antwort und klare Absage an eine überstarke „vierte Gewalt“ wie ich fand.

Ein nächster Punkt war der Pocher-Schmidt-Bitch Ray Skandal, den wir akribisch vorbereitet hatten. Zum Glück kam die Frage dann aus dem Publikum: „Ob die versuchte Angleichung an die Privaten und der Qualitätsverlust vor dem Hintergrund dieser Show nicht zu krass sei“ oder so ähnlich. Monika Piel glänzte bei diesem Thema meiner Meinung nach nicht mehr so sehr. Sie sagte, dass sie bereits Prügel vom WDR Rundfunkrat habe einstecken müssen und trotzdem Menschen wie Lady Bitch Ray eine Plattform bieten wolle. Sie fände die (Kunst)-Person und ihre Äußerungen an sich abstoßend, es ginge ihr aber um die Freiheit. So zu mindest habe ich ihren Standpunkt verstanden. Auf jeden Fall sei sie bereit sich wieder (verbal) für das Auftreten von Lady Bitch Ray zu „prügeln“.

Ich bezeichne mich selbst als sehr liberal, aber es gibt einen Punkt, wenn nämlich unsere etablierten bürgerlichen, moralischen, konservativen Vorstellungen vom Umgang von Menschen miteinander so stark verletzt werden (und dies von unseren eigenen Gebühren) an dem jede Liberalität enden muss! Dies war bei dieser Sendung der Fall. Warum genau sich Frau Piel für Bitch Ray stark machte, blieb unklar. Unter dem Deckmantel der Liberalität kam sie gerade nochmal davon. Merkwürdig war auch, dass sie Stefan Raab und seine Spaß-Kämpfchen gegen Regina Helmich zutiefst verurteilte und auch an dem Quotenrenner „Germany´s next Topmodel“ kein gutes Haar ließ. Auf die Gegenfrage, warum dann die ARD Bruce Darnell für eine erfolglose Show engagierte konnte sie nur noch kontern, dass sie davon auch nichts hielt. Naja, ich für meinen Teil schau mir lieber ein paar harmlose hübsche Models an, als diese bemitleidenswerte Kreatur Lady Bitch Ray, auch wenn Sie nur eine Kunstfigur sein soll. Bei dieser Art von Kunst wird mir schlecht.

Insgesamt hat sich Frau Piel wacker geschlagen, finde ich. Es war eine wertvolle Erfahrung so eine Veranstaltung mitzuleiten. Hier ist auch ein Bild mit Studierenden, Frau Piel, Prof. von Aleman, Prof Lotsch und auch mit mir.

Monika Piel an der HHU

“Imperium der Zukunft” von Alan Posener trägt den Untertitel “Warum Europa Weltmacht werden muss”. Genau darum geht es in diesem recht überschaubaren Buch, welches man über die Bundeszentrale für politische Bildung günstig beziehen kann.

Posener nähert sich der Imperiums-Thematik über das römische Weltreich, das britische Empire und die imperialen Bestrebungen der islamischen Welt. Hierbei wird zuerst einmal versucht, die positiven Aspekte von Imperien heraus zu arbeiten. Das Buch ist meiner Meinung nach recht gut geschrieben, es liest sich flott und bleibt spannend. Ich bin zwar noch nicht fertig damit, kann aber jetzt schon jedem empfehlen mal reinzuschauen. Besonders wenn man sich für die Perspektiven Europas als globaler Akteur interessiert, sollte man zugreifen. Sobald ich durch bin, schreibe ich mal eine etwas ausführlichere Rezension.