Im Gespräch mit Marcus Riecke, CEO von StudiVZ
10. Juli 2008 von Max Christoph Winterhoff
Heute mittag stellte sich Herr Riecke, seines Zeichens CEO von Studivz, den Fragen der Studierenden der Heinrich Heine Universität. Die Moderation der Veranstaltung leitete unter anderem meine Wenigkeit. Auch diese Begegnung mit einer Größe in der Medienbranche stellte sich als äußerst interessant dar. Neben aktuellen Zahlen zu StudiVZ, welches im deutschsprachigen Raum mittlerweile über 10 Millionen Nutzer hat, ging es auch um Jugendschutz, die Probleme um “Seelenstriptease” und ähnlichem, technische Neuerungen die uns in Kürze erwarten und Perspektiven des Unternehmnes generell.
Herr Riecke ist ein sehr sympatischer Mensch, der besonders gut mit Kritik umzugehen weiß. So zumindest war mein Eindruck. Im Bereich Jugendschutz tut das Unternehmen offenbar einiges, es gibt zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien. Trotzdem gab Herr Rieke offen zu, dass gerade die Kids im SchülerVZ noch besser geschützt werden sollen. Die neuen AGBs beschrieb er uns als einen Super-Gau. Durch schlechte Kommunikation und die vermeintlichen Zeitungsartikel enstand ein völlig falsche Bild vom Unternehmen. Außerdem wurde der Verkauf von Nutzerdaten propagiert, was Riecke zu folgen schlicht und ergreifend nonsense ist.
Herr Riecke versicherte noch einmal, dass das StudiVZ, zumindest in seinen grundlegenden Funktionen, kostenfrei bleiben wird. Außerdem kündigte er technische Neuerungen an. Dazu gehören neben dem aus Facebook bereits bekannten Instant Messaging, auch eine StudiVZ Version für portable Endgeräte. Eine Datei-upload und Datei-Transfer Option wird anscheinend von vielen Usern herbeigesehnt, soll vorerst aber nicht realisiert werden.
Insgesamt betonte der CEO des öfteren die Wichtigkeit von User-Generated-Content. Die User sollen auch weiterhin eine Hauptrolle bei der Entwicklung von StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ spielen. Die StudiVZler sind übrigens gerade dabei ihrem Unternehmen einen neuen Namen zu geben. Er soll VZ Gruppe werden, wenn ich mich richtig erinnere.
Die Namenverstümmlungen einiger Nutzer waren Herrn Riecke ein besonderer Dorn im Auge. Neben der Sabotage vom Ursprungsprinzip des VZ, nämlich alte Freunde über ihren Namen zu finden, ist es auch völlig unsinnig seinen Namen aus Datenschutz gründen zu ändern. Bei der Einblendung personalisierter Werbung, welche sich übrigens einfach abstellen lässt, spielen nur vier Faktoren eine Rolle - Alter, Studienort, Studienrichtung und Geschlecht. Das personalisierte Werbung irgendwie auch sinniger für Verbraucher ist, erklärt sich von selbst.
Insgesamt ein spannender Tag mit vielen Erkenntnissen. Unten sieht man unsere Arbeits- und Moderationsgruppe, Herrn Riecke und Prof. Lotsch.







