Diskussionsrunde mit Monika Piel in der HHU
30. Mai 2008 von Max Christoph Winterhoff
Diskussionsrunde mit Monika Piel in der HHU
Diesen Donnerstag hatten wir in einem Seminar Frau Monika Piel, ihres Zeichens Intendantin des WDR, zu Gast. Sie ist schon eine interessante Persönlichkeit, durch Zielstrebigkeit und wie sie selbst sagt durch “Spaß am Journalismus und an neuen Herausforderungen” hat sie es als erste Frau an die Spitze des Westdeutschen Rundfunks geschafft. Der WDR ist als größter föderaler Rundfunksender auch größter Zulieferer von Programmbeiträgen an die ARD.
Bei einem so hohen Gast zeigte sich die Heinrich Heine Universität von ihrer besten Seite, auch unser Dekan und Rektor in spe Prof. Von Alemann machte seine Aufwartung. Ich hatte die Ehre der Veranstaltung nicht nur beizuwohnen, sondern sie auch zu moderieren.
Wie das immer so ist hatte ich mich zusammen mit meiner Gruppe ausführlich auf die Fragerunde vorbereitet, kam dann aber doch nur dazu ein paar Fragen zu stellen. Aus dem Plenum kamen laufend Fragen, außerdem hatte Frau Piel ihren Vortrag ziemlich lang gestaltet. Gott sei Dank konnte ich aber doch ein paar Fragen durchbringen, zum Beispiel folgende (in etwa Wortlaut): „Sie haben gerade erzählt, dass der Bundestag aufgrund ihrer Berichterstattung über die Opfer von Contagan hin deren Renten verdoppelt hat. Sehen sie die Beeinflussung der Parlamentsarbeit als ihre Aufgabe an?“ Damit wollte ich natürlich auf die Rolle der Medien als „vierte Gewalt“ hin. Frau Piel antwortete, dass sie sich natürlich freuen würden beim WDR, dass sie dies aber keinesfalls als ihre Aufgabe verstünden. Und wenn sich in ihrem Umfeld als Journalist so verstünde, gäbe sie den Rat „wechsel doch in die Politik“. Eine souveräne Antwort und klare Absage an eine überstarke „vierte Gewalt“ wie ich fand.
Ein nächster Punkt war der Pocher-Schmidt-Bitch Ray Skandal, den wir akribisch vorbereitet hatten. Zum Glück kam die Frage dann aus dem Publikum: „Ob die versuchte Angleichung an die Privaten und der Qualitätsverlust vor dem Hintergrund dieser Show nicht zu krass sei“ oder so ähnlich. Monika Piel glänzte bei diesem Thema meiner Meinung nach nicht mehr so sehr. Sie sagte, dass sie bereits Prügel vom WDR Rundfunkrat habe einstecken müssen und trotzdem Menschen wie Lady Bitch Ray eine Plattform bieten wolle. Sie fände die (Kunst)-Person und ihre Äußerungen an sich abstoßend, es ginge ihr aber um die Freiheit. So zu mindest habe ich ihren Standpunkt verstanden. Auf jeden Fall sei sie bereit sich wieder (verbal) für das Auftreten von Lady Bitch Ray zu „prügeln“.
Ich bezeichne mich selbst als sehr liberal, aber es gibt einen Punkt, wenn nämlich unsere etablierten bürgerlichen, moralischen, konservativen Vorstellungen vom Umgang von Menschen miteinander so stark verletzt werden (und dies von unseren eigenen Gebühren) an dem jede Liberalität enden muss! Dies war bei dieser Sendung der Fall. Warum genau sich Frau Piel für Bitch Ray stark machte, blieb unklar. Unter dem Deckmantel der Liberalität kam sie gerade nochmal davon. Merkwürdig war auch, dass sie Stefan Raab und seine Spaß-Kämpfchen gegen Regina Helmich zutiefst verurteilte und auch an dem Quotenrenner „Germany´s next Topmodel“ kein gutes Haar ließ. Auf die Gegenfrage, warum dann die ARD Bruce Darnell für eine erfolglose Show engagierte konnte sie nur noch kontern, dass sie davon auch nichts hielt. Naja, ich für meinen Teil schau mir lieber ein paar harmlose hübsche Models an, als diese bemitleidenswerte Kreatur Lady Bitch Ray, auch wenn Sie nur eine Kunstfigur sein soll. Bei dieser Art von Kunst wird mir schlecht.
Insgesamt hat sich Frau Piel wacker geschlagen, finde ich. Es war eine wertvolle Erfahrung so eine Veranstaltung mitzuleiten. Hier ist auch ein Bild mit Studierenden, Frau Piel, Prof. von Aleman, Prof Lotsch und auch mit mir.







